Vorträge und Workshops

ERÖFFNUNGSVORTRAG
VOM GLÜCK DER UNVOLLKOMMENHEIT

Der Atem verweist uns auf das Geheimnis unseres Lebens, kraftvoll und verwundbar sein zu dürfen. Diese spirituelle Weisheit entdeckt Pierre Stutz in seinen Begegnungen mit Bäumen, die uns bestärken zum aufrechten Gang und zu einem liebevollen Umgang mit unserer Verletzlichkeit. Das Glück der Unvollkommenheit kann sich auch in uns entfalten, wenn wir eine spirituelle Botschaft in Ärger und Wut freilegen, damit wir in Beziehung zu uns selbst, zu anderen und zur Schöpfung zärtlich-wütend, einer heilend-göttlichen Spur folgen.

WORKSHOP 1
 ATEM VERNETZT
Kirstin Keller
Andreas R. Crüsemann

Anhand von zwei konkreten Beispielen stellen die Referenten gemeinsam mit den Teilnehmern, Handlungsempfehlungen dar, die sich um folgende Kernfragen drehen:
Wer bin ich? Hier geht es um die eigene Positionierung.
Mit wem will ich sprechen? Hier geht es um meine Zielgruppe und wichtige Partner.
Wie arbeite ich? Hier geht es um die individuellen Möglichkeiten, aber auch die persönlichen Grenzen sowie Arbeitsmittel, Techniken und Tools, um diese zu überwinden.
Der Workshop nimmt praktischen Bezug auf das im Vortrag "ATEM VERNETZT" vermittelte Basiswissen im Rahmen der Mitgliederversammlung (Freitag, 01.06.2018). Die Kenntnis der Vortragsinhalte sind vorteilhaft, aber nicht zwingend erforderlich.

WORKSHOP 2
ATEMMASSAGE ALS SINNVOLLE ERGÄNZUNG ZUR ATEMBEHANDLUNG
Helga Segatz
Barbara Schmidpeter

Die Atemmassage wurde in den 20er Jahren von dem Arzt Dr. med. L. J. Schmitt entwickelt. Sie ähnelt äußerlich der klassischen Massage, reicht aber weit über deren mechanische und reflektorische Wirkung hinaus. Sie dient der Förderung und Unterstützung des freien Atemflusses. Massagegriffe setzen da an, wo sich Probleme des Menschen im Körper abzeichnen. Sie arbeitet an der Verbesserung der Elastizität und Spannkraft des Menschen. Bindegewebige Verdickungen und Verklebungen können gelöst werden, der Atem kann wieder freier fließen und mit dieser Freiheit ein neues Lebensgefühl unterstützen. Das Empfinden des eigenen Körpers ist ein Prozess, der dem Menschen die für ihn richtige Haltung von innen her finden lässt und helfen kann, sich seelisch-körperlicher Zusammenhänge bewusst zu werden. Die Atemmassage ist eine sinnvolle Ergänzung zur Atembehandlung und für manche Klienten ein vertrauterer Einstieg in die Atemarbeit. In diesem Workshop sind Sie eingeladen, einer Behandlungs-demonstration beizuwohnen und danach zu entscheiden, ob Sie ein paar Atemmassagegriffe anwenden oder an sich selbst erleben wollen. 
(Bitte zum Kurs eine Decke, ein Bettlaken und evtl. kleines Kissen mitbringen.)

WORKSHOP 3
VOM ATEM DER SEELE - VEENING ATEMLEHRE IM GEIST JUNG´SCHER ANSCHAUUNG
Cornelia Ehrlich

In der meditativen Atemarbeit geht es um die Wiederentdeckung unserer inneren Lebensweisheit. Der innere Atem fließt im Blut, das von alters her als Sitz der Seele und der Lebenskraft gilt. Sind wir im "Hier und Jetzt", schließt sich unser Bewusstsein absichtslos in die fein schwingende Atembewegung so ein, dass die Beobachtungsdistanz aufgehoben wird. Wir erfahren, wie wir Menschen auf Bewusstes und auf Unbewusstes bezogen sind. Das kann eine Orientierungshilfe sein, die Sicherheit schafft. Das Bewusstwerden, dass wir zudem auf eine höhere Ordnung bezogen sind, stärkt das Ur-Vertrauen. Mit der Würdigung der Heilkraft unseres Ur-Wissens steigt auch der Mut, sich an seine Schattenanteile heranzuwagen. 
Auf die Jung´sche Anschauung bezogen, geschieht im "Atem sitzen", dass das Ich im Selbst zurückgenommen, nicht mehr das Ich eine neue Erfahrung, sondern, mein Ich-Selbst erfährt, woraus das Ich verändert hervorgeht. Es ist ein Bezogen sein, ein Aufgehoben sein dazwischen. Das verändert ganzheitlich. Es sind Augenblicke der Einheitswirklichkeit. Aus dieser Schicht kommen die tiefen Sinneserfahrungen, die Selbstheilungskräfte und unsere schöpferischen Möglichkeiten. 
Gemeinsames im "Atem sitzen", mit anschließendem Erfahrungsaustausch, der die Anschauungen von C.G. Jung zur Orientierung der gemachten Prozesse organisch mit einbezieht.

VORTRAG
KÖRPERSPRACHE ERLEBEN - 
VORTRAG & SPIEL
Karl Metzler 

Körpersprache zu erleben, schafft Beziehung. Wie wir über unsere Körpersprache in Beziehung sein können zum Raum, zur Natur, zu den Menschen und zu uns selbst, wird Thema dieses unterhaltsamen Vortrages mit gespielten Beispielen sein.
Die sechs Urgebärden sind Bewegungscharaktere, die als Archetypen wirken und uns Orientierung sein können in den Prozessen von Eindruck und Ausdruck. Sie liegen dem zugrunde, wie wir uns bewegen, wie wir denken, fühlen und sprechen. Die Körpersprache ist verbunden mit dem Netzwerk verschiedener Ebenen: mit Sinneswahrnehmung und Gefühl, mit Denken, Imagination, Intuition, mit der Sprache, mit Energie, mit dem Raum, mit der Interaktion hin zur Umwelt, zu den Gegenständen und den Mitmenschen. Zum Beispiel wird darin deutlich, wie wir in Resonanz gehen oder uns abgrenzen, wie wir unseren Standpunkt vertreten oder innehalten, wie wir uns in den Gegenspannungen von Konflikten verhalten und wie wir zu uns stehen.

WORKSHOP 4
BINDEGEWEBE 
ODER FASZIEN - 
DEM ATEM IST ES GLEICH
Andrea Platzer 

Seit sich das Bindegewebe einen Künstlernamen zugelegt hat, findet es einfach mehr Beachtung - Vorhang auf für die Faszien!
Innerlich verschiebe, ziehe und drücke ich Faszien bei jedem Atemzug, stütze mich auf sie oder werde von ihnen in meiner Ausdehnung begrenzt. Jede therapeutische Intervention findet im Zusammenhang mit Faszien statt. Im Gesamten hat das Bindegewebe in seinen unterschiedlichen Strukturen viele Aufgaben: Wasserspeicher, Kraftlenkung, Schutz für feinere Strukturen, wie freie Zellen oder Organe, Abwehrprozesse etc. 
In kleinen Sequenzen stellen wir einige Bezüge der Strukturen zueinander auf und versuchen, wie unter einem Mikroskop, herauszufinden, wie die Kommunikation stattfinden kann - mit oder ohne Einwirkung taktiker Reize, bei der Wahrnehmung unserer eigenen Reaktionen ("sich hingezogen", "von etwas berührt", fühlen ...). Jede Berührung, jeder innere, wie äußere Impuls, jeder Atemzug - unser Bindegewebe verbindet alles.

WORKSHOP 5
DER ATEM DER STIMME -
STIMMIG KLINGEN MIT ATEM-TONUS-TON®
Sabine Seidel

Die Stimme als persönlichstes Ausdrucksmittel verrät unsere Verfassung und unsere Prägungen. Der Klang der Stimme - unter den Worten, lässt Erfahrenes, Bewusstes und noch nicht Gewusstes durchschimmern. Jeder Stimmklang ist einmalig, ein vokaler Fingerabdruck, eine vokale Biografie. „Sprich, damit ich dich sehe.“ Sokrates 
Wir möchten klar, aussagekräftig, authentisch und empathisch klingen und mit der Stimme in Beziehung treten. Intuitiv hört unser Gegenüber Stimmigkeit oder Unstimmigkeiten. Der Atem ist das auschlaggebende Element für den Klang. Wie spielen Atem und Körper zusammen mit der Stimme und unserem kommunikativen Verhalten? Was fördert und was limitiert unsere stimmlichen Möglichkeiten? Diesen Fragen werden wir im Workshop nachgehen und anhand von Atem- und Bewegungsübungen, Stimm-experimenten und kleinen Improvisationen die Körperlichkeit der Stimme erfahren und entwickeln. Grundlage ist die Arbeitsweise Atem-Tonus-Ton® (ATT), eine körper-orientierte Stimmpädagogik. Diese Arbeitsweise wurde von Maria Höller-Zangenfeind auf Basis des Erfahrbaren Atems nach Ilse Middendorf entwickelt. Anliegen ist die Entfaltung der Persönlichkeit, die Entwicklung von Ausdrucksmöglichkeiten und Authentizität in Stimme, Körper und Gebärde.

WORKSHOP 6
ATEMRHYTHMUS -
LEBENSRHYTHMEN
Sabine Schrem 

Wir sind umgeben und inmitten von Rhythmen, von circadianen Rhythmen, die sich täglich wiederholen, wie der Schlaf-Wach-Rhythmus, der Wechsel von Tag und Nacht, von infradianen Rhythmen, wie den Jahreszeiten, den Planetenkonstellationen und von ultradianen Rhythmen, die sich mehrmals täglich wiederholen, wie dem Herzschlag und dem Atemrhythmus. 
In diesem Workshop wollen wir den Atemrhythmus erfahren in einer zulassenden Weise und durch ihn unseren Verbindungen zu anderen lebensrhythmischen Zusammenhängen nachforschen. Seismografisch reagiert der Atemrhythmus auf alle Rhythmusänderungen sowohl im Innern, z. B. durch Gefühle, Gedanken, Spannung- und Bewegungsphänomene als auch auf alle Rhythmusänderungen im Äußeren, z. B.  auf das Fehlen von Pausen oder auf Musik und Tanz. Innere und äußere Rhythmen beeinflussen und durchdringen sich, wir sind mit ihnen verbunden, wie auch der Atem bei jedem Atemzug äußere Rhythmen aufnimmt und innere Rhythmen an die Umwelt abgibt. In diesem Workshop geben wir diesem Geschehen unsere Achtsamkeit, Raum und Ruhe und suchen einen Rhythmus, der zu uns passt und der Situation um uns gemäß ist.

IMPULSVORTRAG 1
PALLIATIVE ATEMTHERAPIE
Friederike Zeininger 

Die Palliative Atemtherapie dient der Begleitung von schwerstkranken und sterbenden Menschen und ist inzwischen auf vielen Palliativstationen, in Hospizen, in einigen Akutkrankenhäusern und im Rahmen der ambulanten Versorgung implementiert. Die Palliative Atemtherapie ermöglicht es den Schwerstkranken und Sterbenden mit ihren eingeschränkten Möglichkeiten, sich selbst über den Atem wahrzunehmen und zu spüren. Sie können erleben, dass es neben Krankheit, Schmerz und Leiden auch Wohlgefühl, Entspannung, Freude und Leichtigkeit gibt. Die meisten Patienten wertschätzen diese elementare Erfahrung und sind dafür dankbar. Im Vortrag soll zum einen über Erfahrungen mit der konkreten Arbeit im Akutkrankenhaus berichtet werden, zum anderen sollen die besonderen Bedürfnisse der Schwerstkranken und Sterbenden beleuchtet und die Möglichkeiten, die die Atemtherapie bietet, aufgezeigt werden.

IMPULSVORTRAG 2
TRÄUME SIND BOTSCHAFTEN AUS DEM UNBEWUSSTEN
Cornelia Ehrlich 

Träume bringen uns in Kontakt mit dem Unbewussten. Als Sprache dienen ihnen die Symbole. Symbole haben die Fähigkeit, Gegensätze zu vereinen und Inhalte ganzheitlich zu transportieren. "Das Symbol erweckt Ahnungen, während die Sprache erklärt (…). Die Symbole entstehen in der Tiefe des Körpers. Das Symbol ist lebender Körper – Körper und Seele.“ C.G. Jung 
Als Einstieg werde ich an Hand eines Traumes die Traumdeutung von C.G. Jung vorstellen. Er hat, entsprechend den beiden Schichten des Unbewussten auch zwei Traumtheorien entwickelt: Auf der Ebene des persönlichen Unbewussten verarbeiten sie Komplexe, indem sie Konflikte und Emotionen in einen größeren Zusammenhang stellen. Als Kompensation zeigen sie uns auf der kollektiven Ebene, Aspekte des Selbst, die uns zu Gute kommen wollen. Träume sorgen für die Aufrechterhaltung unseres Gleichgewichtes zwischen bewusster Lebensführung und unbewusstem Lebensplan. Es wird tiefer auf die Wirkweise von Symbolen eingegangen, denn Symbole tauchen immer da auf, wo es um ganzheitliche Inhalte, Geschehen oder Erfahrung geht, wie z. B. in der Atem- und Körperarbeit. Der Vortrag soll sich als Gespräch gestalten, das sich aus dem Hin- und Her von vorgestellter Anschauung, den Erfahrungen und Fragen der Teilnehmer entwickelt.

IMPULSVORTRAG 3
ATEMARBEIT -
EINE ÜBERSICHT DER UNTERSCHIEDLICHEN METHODEN
Nicola Caroli 

Es gibt eine große Vielfalt an "Atemarbeiten" und der Begriff "Atemarbeit" selbst wird auf ebenso vielfältige Weisen verstanden. Auch wenn man "Atemarbeit" für sich selbst klar definiert hat und die Methode seiner Wahl oder seine eigene Methode gefunden hat, ist es hilfreich, einen Überblick über die traditionellen und zeitgenössischen Methoden zu haben. In der Interaktion mit KollegInnen oder potentiellen KundInnen bewährt sich solch ein Überblick einerseits, um mit ihren Vorstellungen, Erwartungen und Fragen umzugehen und andererseits, um ihnen die eigene Methode im größeren Zusammenhang zu vermitteln. Dieser Vortrag soll einen Überblick über die unterschiedlichen Konzepte und Motive geben, die hinter dem kollektiven Begriff "Atemarbeit" stehen.

WORKSHOP 7
KÖRPER UND GEIST IN HARMONIE - 
DIE KOPFRÄUME IM DIALOG MIT DEN KÖRPERRÄUMEN
Margit Seeling 

Unsere tiefe strukturelle Verbundenheit mit der Natur- und Pflanzenwelt ist die Nabelschnur unserer Existenz. In unseren Kopfräumen, dem dreieinigen Gehirn, spiegeln sich unsere Körperräume in ihrer Vielschichtigkeit und ihrem Aufbau wieder. Körper und Geist sind wechselseitig eng miteinander verbunden und durchdringen einander. Hierbei spielt der Kehlkopf als Urmutter des parasympathischen Nervensystems eine entscheidende und existentielle Rolle. Er dient als ein noch immer wenig erkanntes Vernetzungsorgan, mit der Möglichkeit sich in alle Richtungen zu öffnen und zu verbinden. Im parasympathischen Nervensystem entstandener Stress, der mitunter das gesamte Organsystem betreffen kann, findet durch die differenzierte Einbeziehung des Kehlkopfes und der Stammhirnareale eine grundlegende (Er)-Lösung. Die Resonanzfelder der Kopf- und Körperräume können zu einer von innen getragene Selbstorganisation finden, die einerseits zu mehr Ruhe und Gelassenheit führt und andererseits zu mehr Lebendigkeit, Energie, Präsenz und höherer Schwingung.

WORKSHOP 8
BEZIEHUNG - WIE SIE IST. DIE SECHS URGEBÄRDEN -  ARCHETYPEN DES AUSDRUCKS
Karl Metzler 

Die sechs Urgebärden laden in klarer Struktur zu freiem Ausdruck ein. Wir arbeiten an der Bewusstwerdung dessen, was wir meist unbewusst in unseren Gesten, Haltungen und Handlungen zum Ausdruck bringen. Damit zu experimentieren bedeutet, Gewohnheiten und Mechanismen aufzubrechen, mittels derer wir uns Lebendigkeit vom Leib halten. Im Spiel zu erleben, wie wir in Beziehung sind, ist eine Quelle von Kraft und Natürlichkeit. Ausgehend vom Spiel der Gebärden begeben wir uns auf die Spur, wie wir in Beziehung sind, welche unsere persönlichen Weisen sind, in Beziehung zu sein, wie Beziehung erfüllend sein kann und darin Sinn erlebbar wird. Im Atem ist erlebbar, wie wir in Beziehung sind zu uns selbst und daraus zu anderen. Im Zulassen des Atems öffnet sich die Spur für Verwandlung. So ergänzen sich Atem und Gebärde in ihrem Zusammenspiel.

WORKSHOP 9
FOCUSING - 
SCHULUNG DER ACHTSAMKEIT, INTUITION UND WAHRNEHMUNG
Dr. Rainer Eggebrecht 

Die Zunahme an Wissen und die wechselseitige Verschränkung aller Lebensbereiche fordern uns zunehmend heraus, alle Ebenen des Seins in einer größeren Perspektive neu zusammenzuführen. Denn in einer Zeit zunehmender Vernetzung und Informationsüberflutung benötigen wir neue und umfassende Sichtweisen, um für uns selbst wie für andere neue Handlungsräume zu eröffnen. Focusing, eine moderne, wahrnehmungspräzisierende Methode, zentriert die Aufmerksamkeit auf unsere unmittelbar gegenwärtige Erfahrung. In leicht erlernbaren Schritten treten wir in Kontakt mit dem, was wir in unserem Inneren wirklich fühlen und empfinden. So kann sich unser Befinden genauer bemerkbar machen: in inneren Bildern, Gefühlen, im Körpererleben und in Gedanken.
Integrales Focusing hilft Ihnen dabei, mit der zunehmenden Fülle digital-vernetzter Informationen unserer Wirklichkeit bewusster umzugehen. Die Fragen nach persönlichem Lebenssinn, lebensbejahender Akzeptanz und integraler Spiritualität schulen Ihre gegenwartsklare Aufmerksamkeit, mit der Sie unsere komplexe menschliche Natur als "Teil-Ganzes" der gesamten Biosphäre besser begreifen und vielleicht sogar, verantwortungsvoll weiterentwickeln können.
In einfachen Wahrnehmungsübungen erfahren wir Anregungen zum achtsamen Umgang mit uns selbst und fördern mit Focusing neue, frische und stimmige Schritte im Denken, Fühlen und Handeln.

WORKSHOP 10
STRUKTURELLE ATEMBEHANDLUNG AM BEISPIEL DER RÜCKENFASZIEN
Susanne Duden 

Knochen, Muskeln, Bindegewebe und Faszien sowie alle Körperflüssigkeiten sind auf das Engste mit der Atmung verbunden. Die konkrete Behandlung von Körpergeweben in Verbindung mit der Atembewegung löst physische Verspannungen, lindert vegetative Unruhe und Schmerzen. Insbesondere die Behandlung von Faszien, die äußerst vielfältig an sensorische und vegetative Nerven gekoppelt sind, kann sehr atemfördernd und tiefenlösend sein. In diesem Workshop wird die strukturelle Atembehandlung am Beispiel der Rückenfaszien vorgestellt. Die Rückenfaszien bilden eine zusammenhängende Verbindung von den Fußsohlen über die Rückseite der Beine, das Kreuzbein, die Wirbelsäule, den Nacken und über den Kopf. Ihre gezielte Behandlung ermöglicht das Einbetten in die Rückseite und befreit den Atem durch alle Köperräume hindurch. Der Mensch kann sich in seinen leiblichen Hintergrund ein- und loslassen. Er kann sich als durchlässiges Ganzes von Fuß bis Kopf im Fließen des Atems erfahren. Ein tiefes Gefühl des Getragenseins und In-Sich-Ruhens können sich einstellen.

WORKSHOP 11
ATEM -
TANZBEWEGUNG
Beatrice Ochsner 

Musik spricht die Seele an. Sie tröstet, beruhigt, kann anregend wirken und Bewegungsimpulse auslösen. Die Klangwellen resonieren mit Körper und Atem. Wir erkunden, wie spielerische, tanzende Bewegung den Atem, unsere körperliche und seelische Befindlichkeit beeinflussen. Dabei entdecken wir, was musikalische Begleitung bei uns bewirkt. Wir können achtsam erfahren, was in Bewegung kommt und wie. Wie ist das, wenn Musik uns zu neuen Bewegungsmustern inspiriert? Welche Wirkung hat dies auf unseren Atem, unsere Empfindungen, Gefühle und Gedanken? Ist es mir möglich, die Sammlung zu halten oder lasse ich mich von der Musik forttragen? In der Atem- und Körpertherapie sind wir gewohnt, Bewegungen durch unser Denken mit Hilfe unseres Willens auszuführen oder aus dem Atem Bewegungen entstehen zu lassen. In der Arbeit mit Musik übernehmen die Klänge diese Aufgabe und lösen Bewegungsimpulse aus. Wir werden dabei angeregt, uns mit unseren gelernten, bewussten oder unbewussten Reaktionen kennenzulernen, Neues zu erfahren und dies alles zu integrieren.

WORKSHOP 12
BEWEGUNGS-ENTWICKLUNG DURCH EUTONIE
GERDA ALEXANDER
Karin Coch 

Eutonie Gerda Alexander steigert die Lebendigkeit und ist eine Chance für die persönliche Entwicklung eines Menschen. Eutonie fördert durch Berührung und wohldosierten Druck das Gefühl für den eigenen Körperinnenraum und den Raum, der ihn umgibt. Damit verbunden ist auch die Bewegungserfahrung. Wie bewegt sich der Mensch in seinem Innen- und Außenraum? Er erlernt im Laufe seines Lebens ganz individuelle Bewegungsmuster, die abhängig sind von seiner Körperspannung und zum ganz persönlichen Ausdruck beitragen. 
Eutonie macht die körperlich - seelische Spannung erfahrbar, macht sie veränderbar und schwingungsfähig. Dann können sich auch die Bewegungsmuster verändern. Durch neue Bewegungsansätze entwickeln sich andere Bewegungen und können zu neuen Bewegungsmustern werden. Beugen und strecken wir z.B. das Fußgelenk aus den Zehenspitzen heraus, wird sich eine andere Bewegung zeigen, als wenn wir den Fuß mit der Aufmerksamkeit an der Ferse, also aus der Ferse heraus bewegen. In der Eutonie dienen häufig Knochenenden oder -vorsprünge als Bewegungsansätze, um eine neue Bewegungsvielfalt zu entwickeln. 

ABSCHLUSSVORTRAG
UNSERE SPRACHE
Karin Schaefer 

Menschen, die zu uns kommen, möchten wir eine Tür öffnen, die sie zu sich selbst führt. Der Schlüssel zu dieser Tür sind die Phänomene des Körpererlebens. Die Praxis unserer somatopsychischen Methoden machen sie erlebbar und bewusst: "Spürend finde ich die Spur zu mir selbst." Eine Übung strebt kein Ergebnis an, sondern ermutigt zu dem Wagnis, sich auf einen noch unbekannten Weg zu machen. Es geht nicht um das WAS, sondern um das WIE. Das Medium unserer Kommunikation ist die Sprache. Eine nondirektive Sprache kann auch einen strukturierten Unterricht öffnen für eigene Erfahrungen, die zu einem körper-seelischen Lernprozess werden. Auf Manipulation oder Stimulierung durch Worte und einen vorgegebenen Rhythmus wird verzichtet, ebenso auf korrigierende Eingriffe in das Körpergeschehen und die Bewertung von gut und schlecht, richtig und falsch. Die Sprache lässt Raum für eigenes Spüren und Empfinden, für Mut und Forschergeist, sie fördert das Interesse für sich selbst. Fragen wecken und leiten die bewusste Wahrnehmung. Jeder Körper sucht sein eigenes Maß. Die Unterrichtenden erhalten eine Antwort auf ihre Anleitung, in dem sie sehend und spürend die Teilnehmenden begleiten. So entsteht ein Dialog zwischen Lehrenden und Lernenden. Praktische Beispiele machen die Wirkung unserer Sprache bewusst und verständlich: "Berühre den Boden" oder "Lass Dich vom Boden berühren." Wie initiieren wir freie Bewegungen oder suchen Synonyme für das Wort spüren? Picasso sagte: "Ich suche nicht, ich finde."
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